Ein feindliches Flimmern entsteht unterm Katzenbaum. Polly erwacht. Ihr rechtes Ohr zuckt. Ihre Schnurrhaare stehen unter Spannung. Insekten suchen krabbelnd nach einem Ende des Datenkabels.
Claus lugt über seine Morgenlektüre. Er streichelt mahnend seinen Schnauzbart und rückt heldenhaft seine Brille zurecht. Nun ist seine Superheldenkraft gefragt. Er schnappt sich sein Skateboard und rollt in Pantoffeln vom Schlafzimmer in den Serverraum. Er markiert einen dicken Strich zwischen Server und Waschmaschine, um die Datensauger zu stoppen.
Ein roter Streifen fließt aus dem Filzstift und markiert eine willkürliche Grenze zwischen verlorener Tennissocke und Datenleck. Ameisengleich versammeln sich Nullen und Einsen, um die Grenze zu verteidigen. Doch es ist schwieriger als gedacht. Die Datendiebinsekten sind in einer klaren Überzahl.
Claus schüttelt energisch seinen Kopf, seine unter der Halbglatze lang getragenen Haare wirbeln umher, im inneren Ohr hört er die Menge jubeln. Er legt sich eine Hand ans linke Ohr, um die Jubelschreie besser wahrzunehmen. Er ist sichtlich im Verteidigungsmodus. Mit purer Willensstärke zwingt er sich zum Tagträumen und vollzieht so Pollys Verwandlung zur krakenhaften Reiseleiterin.
In der Hauptstadt der Daten schart sie vertrauensdepperte Reisende um sich. Gemeinsam folgen sie einem zwischen morschen Pfosten tiefhängenden Datenkabel bis zum Abriss. Fotos entstehen und werden veröffentlicht im digitalen Reisebuch.
Die Nullen fordern die Besucher*innen auf, die Bilder umgehend zu löschen. Die Einsen laden zum Grenzübertritt in die Traumwelt von Polly und Claus. Raben singen ihr liebliches Lied von Glück und Sehnsucht.
Der süße Gesang dringt zurück in Claus’ Serverraum. Die feindlichen Datendiebe werden eingelullt von Noten und schrägen Tönen. Sie verkleben darin, wie in Honig, zart im Geschmack und fair in der Herstellung.

