Polly hat keine Lust mehr darauf, ständig die Tagträume von Claus leben zu müssen. Sie hat keine Lust mehr auf sein Bibbern. Soll er seine Träume doch selbst ausleben, statt mich ständig durch die Welt zu hetzen, denkt sich Polly. Um sich selbst zu schützen, baut sie mit Hilfe von Eins und Null eine App als Schranke.
Eins und Null sind die technischen Pförtner*innen. Null ist für den Einlass zuständig. Null ist träge, rund, unsportlich und eine ewige Ja-Sager*in. Eins hingegen beherrscht Karate und ist für die Abweisung zuständig: Nicht-Einlass.
Die Schranke soll nur hochgezogen werden, wenn relevante Informationen kommen. Tagträume werden, ferienbedingt und vorübergehend, abgewiesen. Polly braucht einfach Ferien und mit Ferien meint sie nicht Aktivurlaub. Ferien sehen für sie so aus: Aufwachen, essen, in den Karton legen, schlafen und dann das Ganze wieder von vorn.
Der Probelauf der entwickelten App beginnt. Claus spricht: „Alles ist so öde, Polly dagegen schweift umher, sie ist auf Rollschuhen unterwegs im Sarahastaub“. Die Nachricht wird registriert. Die Pförtner*innen schalten sich ein. Eins macht einen kurzen, präzisen Karate-Schlag in die Luft und kickt die Nachricht in den Spam-Ordner. Die Nachricht an Polly über die App lautet: „Bitte einfach weiterschlafen.“ Polly zieht den Vorhang des Kartons zu und schnarcht.
Während Polly im Karton ihre Ruhe zurückgewinnt, simuliert die KI draußen eine perfekte, geduldige Antwort an Claus. Er merkt nicht, dass er gegen eine Wand spricht. Polly merkt nicht, dass Claus überhaupt spricht.
So darf das nicht laufen (sic!), mischt Flocci sich ein. Sie schmiedet zusammen mit Biip-biip-büüü-Robo einen wundersamen Plan und flüstert ihn in Claus‘ Ohr. „Meinst du wirklich?“, fragt Claus ungläubig zurück. Flocci nickt vertrauenserweckend. Claus findet die Idee zwar gut – aber er bibbert. Trotzdem, sie werden es durchziehen.
