Claus wuchs in den 1990er-Jahren auf. Als er jung war, gab es das Lied „Runaway train“ von der Band Soul Asylum. Erst später fand er durch einen Wikipedia-Beitrag heraus, dass im Video zu dem Lied echte Ausreißer*innen dargestellt wurden. Mit Ausreißer*innen sind Jugendliche gemeint, die von zuhause abgehauen sind. In dem Video, welches damals, als Claus selbst jugendlich war, auf MTV und Viva hoch und runter gespielt wurde, waren also echte Ausreißer*innen auf dem Bildschirm. Letztendlich waren es amerikanische Kids, die als vermisst galten. Kids, die sich mit einem One-Way-Ticket oder auch ganz ohne Fahrkarte, auf den Weg gemacht haben – weg von zuhause. Irgendwo hin. Mit dem Video wurde nach ihnen gefahndet. Claus fand das Lied, damals schon, fürchterlich langweilig und deprimierend. Nach der Veröffentlichung des Musikvideos, so der Inhalt des Wikipedia-Eintrags, konnten einige der Kids wieder mit ihren Eltern vereint werden. Nicht in allen Fällen gab es ein Happy End. Gab es überhaupt in einigen Fällen ein Happy End? Die Wiedervereinigung mit den Eltern muss nicht zwangsweise ein Happy End darstellen. Claus hatte keine Lust weiter nachzuforschen. Letztendlich war alles schon eine Ewigkeit her. Wahrscheinlich hatten die Kids von damals mit Drogen zu tun und sind schon längst tot.
