Ein regelmäßiger Schlafrhythmus, Achtsamkeitsübungen, Meditation und körperliche Aktivität können helfen, Tagträume zu reduzieren. Claus gerät in Panik. Tagträume bedeuten Kontakt zu Polly. Nicht mehr tagträumen, bedeutet ein schmerzhafter Verlust („Monsieur Claus, mein kräftiger Waldkäfer, ich muss gehen, Polly“). Nicht mehr tagträumen, bedeutet tagsüber stumpf am Schreibtisch zu hocken und für Brot zu tippen. Claus beschließt als Konsequenz unregelmäßiger zu schlafen, übt sich in Unachtsamkeit, Zwanghaftigkeit, Verzettelung und Gedankenkarussell, also alles Dinge die das Tagträumen am Laufen halten, so hofft er.

Claus beschließt, seine Tagträume bereits in der Nacht vorzubereiten. Dazu muss er sich mit einem vorbereiteten Gedankenkarussell ins Bett legen und in die Nacht gehen. Bereits beim Einschlummern erscheinen vor seinem inneren Auge galoppierende Pferde, ein vor Kraft protzender und dennoch auch putziger Schlittenhund samt tiefergelegtem Schlitten, eine Giraffe in Peeptoes, ein Schneemann in Moonboots, ein Oktopus mit seinen vielen Beinen (bekleidet in Clogs, Mules und Kitten Heels). Sie alle drehen sich zur Musik der Drehorgel, beleuchtet mit bunten und flackernden Lichtern im Kreis. Claus kennt das Szenario von einem KEITH HARING ** LUNA LUNA LIMITIERTER POP UP FOLDER ** !TOP RARITÄT AUS 1986! (Kostenpunkt zwischen 500 und 2.500 Euro auf dem Gebrauchtmarkt).

Ein dicker Mann mit Zylinder, dickem Schnauzbart und rot-weiß-gestreiften Unterhemd wünscht per Megaphon und Autotune gute Fahrt im Gedankenkarussell.
Der dicke Mann zieht sich langsam in seinen Zweitjob zurück (er ist Rummelplatz-Gewichtheber) und Claus entschwindet nun vollends in die Nacht.

Am nächsten Morgen schreibt er seinen Traum in sein Notizbuch. Er möchte den Traum weiterentwickeln zu einer Geschichte. Das wird nicht klappen.