Polly hält sie endlich in den Pfoten: ihre neue Rundum-Sorglos-Karte. Ein glänzendes Stück Plastik, das Ordnung in ihre Migration bringt. Während die Karte Schleuser*innen den Geldhahn zudreht und finanzielle Lockrufe weitestgehend verstummen lässt, atmet die Belegschaft der Verwaltung tief durch.
Claus hat nun endlich Zeit für einen schnellen Kaffee in der Teeküche. Und auch Polly muss sich keine Sorgen mehr um die überlasteten Seelen in den Behörden machen – die Bezahlkarte ist das Beste, was ihnen passieren konnte. Mit diesem neuen Gefühl der Freiheit rollt Polly im Milchtritt auf einer stillgelegten Rennbahn am Hafen entlang. Als eine Polizistin sie plötzlich herauswinkt, fragt Polly mit einem kecken Blinzeln: „Was ist los, Officer? Kontrollieren Sie mich etwa wegen meiner Fellfarbe?“ „Quatsch“, brummt es zur Antwort. Ihr geschätzter Kollege ergänzt: „Wer Gespenster sieht, spinnt.“
Am Rand der stillgelegten Rennbahn passiert Claus derweil eine bunt besprühte Wand. Er ist unter die Graffiti-Art-Enthusiast*innen gegangen. Als er dort ein tanzendes Strichmännchen im Sonnenuntergang entdeckt, hält er inne und beginnt, dessen starre Linien mit einem spontanen, wilden American-Native-Tanz zum Leben zu erwecken.
Polly schaut verzückt hinüber. Sie beschließt gerührt, ihr Nachtlager, ein samtweicher Pappkarton, direkt vor der besprühten Wand und in der Nähe des tanzenden und johlenden Claus aufzuschlagen. Polly zieht den Helm vor so viel Schönheit und rollt ins Land der zuckersüßen Träume.
