Claus erschafft eine globale Wahrheitsmaschine und benennt sie nach seiner Katze: „Pollys Marktplatz“. Null bedeutet in dieser Geldmaschine „wahr“, eins bedeutet „unwahr“. Null ist Gewinn, eins ist Verlust. Jede Meinung und jede Katastrophe wird hier zur Wette. Enthusiastisch beginnt er die Maschine zu füttern. Er setzt auf die Gespenster seiner Welt, auf Luftschlösser und Luftschläge, auf Deportationen und Waldbrände. Null ist Waldbrand, eins ist kein Waldbrand. Null ist Deportation, eins ist Nicht-Deportation. Eins ist Ernte-Verlust, Null ist Ernte-Gewinn.
Doch während die Nullen und Einsen über den Schirm jagen, regt sich etwas im Datenstrom. Majestätisch gleitet der Geschichten-Wal durch sein Reich. Die Wetten geraten ins Wanken. Claus spürt, wie sein Bürositz, ein schlecht aufgepumpter Gymnastikball, unruhige Kreise in den Boden zieht. Ein Strudel entsteht. Polly guckt kurz vom Napf auf. Ihr Trinkwasser schwappt über.
Automatisiert wählt Biip-biip-büüü-Robo die Eins – Eins – Null: Unwahr, Unwahr, Wahr. Die Wahrheitsmaschine kann mit dieser Kombination nichts anfangen. Sie denkt sich im Kreis, läuft heißt und explodiert schließlich.
Zurück bleibt ein Klumpen Silizium. Im Abverkauf an Sammelnde könnte es wohl ein paar Euro einbringen. Bevor es allerdings zum Verkauf kommen kann, nimmt Flocci das Silizium vom Tisch und verarbeitet es zu Kunst. Claus hört aus seinem geöffneten Fenster die Nassschleifmaschine durchdrehen.
