Ausgestattet mit einer Trillerpfeife steht Polly am Stadttor und streikt (Tag 72). Sie will Mo‘ Money (Meh‘ Geld), bekommt sie aber nicht und es interessiert eh keinen. Bedröppelt rollt sie davon. Nach einem langen Streiktag bewegt sie traditionell ihr Mäulchen noch etwas in einer stadtbekannten und wirklich sehr angesagten Karaokebar namens lala (man kennt die Bar sogar in Brandenburg).

Wie zum Hohn lachen Eins und Null lauthals auf. Man kann sie aus dem U-Bahn-Schacht hören, der direkt gegenüber der lala-Karaokebar liegt. Eine offizielle Durchsage ertönt: „Verrückt bleiben, bitte. Nächster Stop Schafott.“ Die letzten Passagier*innen werden kurz vor der Abfahrt noch von den Bahndrücker*innen (Oshiya 押し屋) in die überfüllten Waggons gestopft. Die Türen schließen, die Frottagefreunde reiben sich nicht nur die Hände und die U-Bahn düst davon.

Polly hat die letzte U-Bahn für diesen Tag verpasst. Sie wird heute auswärts schlafen und morgen früh (Tag 73) (voraussichtlich) ihren Streikposten wieder einnehmen. Es wird niemanden interessieren. Polly wird sich resigniert die Pfötchen lecken, sich dreimal drehen und in einer guten Liegeposition friedlich einschlummern. Niemand wird ihr was Böses tun, stattdessen wird sie in einen tiefen Traum versinken. Sie wird an Claus denken, davon träumen, wie er seinen langweiligen Tätigkeiten nachgeht. Langweilig, was heißt das schon, wird sich Polly überlegen und dabei zufrieden schnurren. Ein Streikbrecher wird die Streikbühne besteigen und etwas krakeelen. Es wird niemanden interessieren. Polly wird nicht davon aufwachen. Gut so.