Die Etymologie des Wortes „Hobo“ bleibt vage. Die Theorien reichen vom „hoe-boy“ (Landwirtschaftshelfer) über den Gruß „Ho, boy“ bis hin zu einer Deutung als „homeless, homosexual boy“ als jemanden, der Sex gegen eine (kurzfristige) Unterkunft tauscht. In der Modewelt kennt man in diesem Zusammenhang die sogenannte „Hobo-Bag“ als Tasche in Halbmondform und knautschiger Haptik. Die…
Claus hat seine Doktorarbeit über umherschweifendes Unterwegssein geschrieben. Nach Einreichung der Dissertation fällt er in ein Loch. Wohin mit der ganzen Zeit, die er vorher für das Schreiben benötigt hatte? In seinen Gedanken lebt er selbst das Umherschweifende der Vagabundinnen und Digitalnomadinnen aus seiner Dissertation weiter. Aber eben nur schreibend, träumend, und nicht real. Er…
Felicitas Hoppe brachte 2004 einen Erzählband mit dem Titel „Verbrecher und Versager“ raus. In den Erzählungen werden koloniale Akteur*innen beschrieben, die in der Fremde ihr Glück suchen – und scheitern.
Fluchtrouten werden nachgegangen, um Flucht besser zu begreifen. Routennachgehende bereiten sich diszipliniert und strukturiert auf einen steinigen und kräftezehrenden Weg vor. Sie erstellen zur Vorbereitung einen Trainingsplan (langsame Läufe unterbrochen von Tempoeinheiten und Kräftigungstraining, Steigerung des Traingsumfangs um max. 10 % pro Woche, ausreichend Regeneration, sowie eine Tapering-Phase vor Aufbruch). Ausgerüstet mit Powerbanks und GPS-Trackern,…
Es gab einmal einen Autor, der wohl im Hauptberuf Aushilfshausmeister bei einer Tageszeitung war. Er hatte ein interessantes Hobby: die Pollerforschung. Er interessierte sich leidenschaftlich für Poller. Also bestellte er einen Katalog von der einzigen Firma, die ihm bekannt war, die sich auf Poller spezialisiert hatte. Auf dem Cover des Katalogs ist ein Foto zu…
„Wir werden erst Frieden haben, wenn die Menschheit ausgerottet ist“, spricht der Talkshowgast. Er will wohl etwas provozieren. Der junge Mann in Pulli mit Kapuze entgegnet: „Ich sehe das anders, für mich ist die Erde ein Trainingsplanet und gar nicht programmiert für Frieden“. Besonders austrainiert sieht er nicht aus. Er will wohl etwas provozieren.
Dass die Bahnen so pünktlich sind, liegt an der Disziplin. Alle Reisende stehen an exakt der richtigen Stelle am Bahnsteig. Internationales Publikum mit großen Koffern stehen im Weg, springen in sich schließende Zugtüren, springen sich in die Arme, unterhalten sich gestikulierend, bringen alles durcheinander.
Pionier*innen gehen in unliebsame Viertel. Sie machen alles schick und werden zum Dank als Gentrifizierer*innen entlarvt und verwiesen: „Haut bloß ab!“ steht auf Hauswänden und hochgehaltenen Schildern.Buuh, eine ungerechte Welt. Claus hat kein Mitleid. Polly auch nicht.
Reibt sich die Katze die Pfötchen, fühlt sie sich wohl. Das Reiben, auch Kneten genannt, ist ein Überbleibsel aus ihrer frühen Kindheit, als sie als Jungkätzchen beim Säugen die Milchdrüsen der Mutter geknetet haben.Wenn sich eine Katze an einem Poller reibt, markiert sie ihr Revier. Sie signalisiert anderen Katzen: Hier ist mein Revier, verzieh dich.Nun…
Nordkoreas Grenzen sind wieder dicht. Drei Wochen durften westliche Touristinnen und Touristen rein. Es wurde viel fotografiert und gepostet. Es wurde viel geinfluencent. Das war dem Machthaber zu viel. Polly packt ihre Tasche und haut ab. Es soll Menschen geben, so sagt der Volksmund, die haben außer Macht nicht viel zu bieten.