Tag 77: Fischgeruch

Seit drei Tagen herrscht Funkstille. Am Tag 74 hatte Polly eine Kommunikationsschranke errichtet, um endlich Ruhe vor Claus zu haben. Seitdem filtert Eins unerbittlich jede Nachricht heraus, während Polly zufrieden in ihrem Karton schlummert.

Flocci hat schließlich die rettende Idee: Claus solle den Speiseplan der Obdachlosenunterkunft an der Ecke im Auge behalten – und wenn Fisch oder Krabbe auf dem Plan stünden, hellhörig werden. Heute ist es so weit: Bouillabaisse wird als aromatische Spezialität aus Südfrankreich, basierend auf einer Brühe aus Fenchel, Tomaten, Safran, Knoblauch und verschiedenen Fischen, angepriesen.

Als Claus hungrig hinüberschlendert, steigt ihm sofort das intensive Aroma in die Nase. Hier die Essensausgabe zu übernehmen, das wäre doch das perfekte Ehrenamt für Polly, kombiniert er fischmesserscharf. Die Nachricht, getragen vom Duft nach Hummer, Meerwasser und Butter, erreicht Polly sofort. Die Null, selbst einer ausgiebigen Mahlzeit nie abgeneigt, lässt wie selbstverständlich die Schranke hoch.

Unter einem der Betten im Asyl geschieht das Unglaubliche: Ein Paar herrenlose Damenschuhe verändert die Form, bekommt Ohren und ein weiches Fell. Wie der Esel der Karotte folgt, so steuert Polly ihrer Nase nach direkt in die Küche des Asyls. Endlich vereint, fallen sich Polly und Claus am dampfenden Suppenkessel in die Arme.