Claus spannt sein Skateboard auf den Gepäckträger und radelt in die nächste Stadt. Er möchte in Bad Sägewerk ein paar promenadologische Feldstudien betreiben. Am Dummer-August-Weg haben heute alle Galerien geöffnet. Hier wird er mit seinen Forschungsarbeiten beginnen.

Nachdem er sein Rad an der vielbefahrenen Hauptstraße angekettet hat, rollt er los. Zufällig trifft er bereits kurz darauf einen alten Freund. Dieser hat seinen Landsitz aufgegeben und lebt nun in einer eheähnlichen Gemeinschaft im naheliegenden Häuserblock. Sie gehen ein Stück gemeinsam, stöbern kurz an einer Geschenkebox und betrachten die Spuren der Leute, die hinter den Fassaden dieser Straße leben: zerknüllte Zigarrettenschachteln und lässiger Unrat.

Doch dann das Unglück: Das Skateboard verselbstständigt sich und rollt auf den mit Gittern versehenen Sims eines Kellerfensters zu. Ehe Claus reagieren kann, rutscht es durch die Stäbe und fällt tief in den Schacht. Claus kommt mit seinen Fingern unmöglich hinterher. Er muss wohl oder übel klingeln und darauf hoffen, dass eine Bewohner*in das Kellerfenster von innen öffnet und ihm das Skateboard herausreicht (dabei ist ihm so gar nicht nach Kommunikation).

Eine ältere, eher kleine Frau mit rot bemaltem Gesicht öffnet misstrauisch die Tür. Claus rückt Melone und Fliege zurecht. Er ahnt, dass dies ein zähes Überzeugungsgespräch wird.

Zu seinem Wohlgefallen betritt ein kleines Mädchen die Szenerie. Sie macht sich schmal, schiebt ihre dünnen Arme mühelos durch die Gitterstäbe und angelt das Skateboard empor. Währenddessen dreht und drückt ihr Bruder an einem rumstehenden Mietroller herum, welcher zu blinken und zu tröten beginnt.

Das Mädchen übergibt Claus das Skateboard und hofft auf eine kleine Belohnung. Als Claus zum Dank den Hut lüpft, entfleucht diesem eine Libelle. Sofort machen sie sich aus dem Staub – sowohl die Libelle als auch das kleine Mädchen und ihr Bruder. Wer weiß, vielleicht der Beginn einer wunderbaren Freundschaft.