Polly verbringt jeweils ein paar Nächte in Hotels in Izmir, in Ayvalik, in Thessaloniki und Athen. Es sind jeweils Hotels der gleichen Kette. Die Fluchthelfenden haben sie dort, auf Pollys eigene Kosten (Claus übernimmt großzügig einen Zuschuss) untergebracht. Niemand weiß, wofür die leeren Tage notwendig sind und ob die Hotelkette Deals mit den Fluchthelfenden haben.…
Polly steht in ihrem Laden in der texanischen Wüste. Sie vertreibt Luxusartikel („Vagabund Schnurr Selection“). Der Laden wirft keinen Gewinn ab. Er ist lediglich ein Prestigeobjekt zur Schaffung von Aufmerksamkeit. Polly findet es langweilig, hier zu arbeiten. Sie gähnt und direkt darauf folgt ein zweites Mal. Sie spürt ein Kitzeln in der Nase und blickt…
Wer sich in einer Situation befindet, in der es keinen oder nur einen sehr eingeschränkten Zugang zum Internet gibt, steckt in einer digitalen Wüste. Bloß raus da, denkt sich Claus! Er schnappt sich seine Elektrolyte und verschwindet. Mit Wasser verdünnte Milch (Kamel oder Ziege, Kuh geht auch, pflanzliche Milchalternativen möglicherweise) gibt Energie. Gekühlte Getränke müssen…
Polly setzt sich in eine Kiste. Ein Küstenfischer nimmt Kiste samt Katze und verlädt sie auf seinen Kutter. „Befragen wir doch die Tarotkarten zum Nahostkonflikt, nicht, dass uns noch langweilig wird“, spricht der Küstenfischer, „Stück Schokolade dazu?“. „Nein“, miaut Polly, „das setzt sofort an meinen Oberschenkeln an.“
Claus hat eine Idee für einen Essay über Gerechtigkeit. Er schreibt etwas zusammen und reicht es in einer Stiftung ein. Er wird abgelehnt. Polly wusste es vorher. Claus hat eine Idee für einen Essay über Grenzen. Polly findet die handschriftlichen Notizen und frisst sie auf.
Claus hat eine Idee für einen wissenschaftlichen Essay: „Ästhetik des Unterwegs-seins und des Ankommens“. Claus tippt vergnügt in ein Word-Dokument: „Ich möchte Assoziationen wecken und Imaginationen des Unterwegs-seins hervorrufen. Ich möchte eine Ästhetik des Umherschweifens und des Unterwegs-seins abgrenzen von der Ästhetik des Ankommens, der Heimisch-werdung und des Integriert-seins. Ich möchte diese Ästhetiken prüfen in…
Claus hat eine Idee für sein nächstes Buch: „Wir leben von den Träumen der Sesshaften“. Claus tippt vergnügt in ein Word-Dokument. Polly legt sich auf die Tastatur und räkelt sich. Claus verwirft seine Idee.
Katzen dürfen nur dann Schafe hüten, wenn sie staatlich einem Schäferhund gleichgestellt sind. Polly beginnt zu jaulen, zu bellen und zu knurren. Jaulen bekommt Polly besonders gut hin, wenn sie ein tiefes Miauen lautstark in die Länge zieht. Durch schnelle Bewegungen des Kiefers gelingt ihr auch ein Geräusch, welches ein Schaf (bestenfalls) als gut gemeintes…
Claus skizziert eine weiblich gelesene Person, die im Türrahmen eines Wohnmobils lehnt. Neben ihr klebt ein pochendes Herz – ein Sticker, der wie ein Gütesiegel wirkt. Im Hintergrund, mit Zauberfarbe gemalt, lauern gierig gaffende, männlich gelesene Personen. Ihr Blick ist prüfend, kalkulierend, was hier heute noch passieren könnte, oder umgangssprachlich, was hier heute noch „gehen“…
Es wird wohl ein Insider gewesen sein, der 30 Riesen gewettet hat, dass Maduro an dem bestimmten Tag das Land verlässt. Geldregen für den Insider, Gefängnis für Maduro. Funfact: Der Trainigsanzug, den Maduro an dem Tag der Entführung trug, ist nun ausverkauft. Polly hätte auch gern so einen gehabt. Jetzt trainiert sie stattdessen in Badeshorts,…