Die Deckenleuchte tut was sie am besten kann. Sie leuchtet. Claus tut, was von ihm erwartet wird. Er sitzt am Schreibtisch. Auf dem Schreibtisch, groß und mächtig, liegt eine aufgerollte Kassenbon-Rolle. Meterweise Papier hängt bereits jetzt über der Tischkante. Claus sitzt auf einem Gymnastikball, den Rücken hält er möglichst gerade, seine Beine führen eine leichte…
Claus hätte gern Hannah Arendt zur Tante gehabt. Wenn er sie auf YouTube reden und rauchen sieht, wenn er ihr zuhört, wie sie auf ihre ganz eigene Art über Vernunft spricht und angestellte Überlegungen darlegt, ist er verliebt in diese Stimme und in das, was sie sagt. Nicht, dass er ein Arendt-Experte wäre – aber…
Polly erkundigt sich bei Claus, was denn reiche Leute den lieben langen Tag so täten. Claus erklärt ihr, sie würden viel Zeit am und auf dem Wasser verbringen, leckere Dinge essen und so einige verrückte Dinge tun. Das leuchtet Polly ein. Sie findet, Claus sei also reich. Er bestätigt es und fügt hinzu, dass reiche…
Man muss ja mit der Zeit gehen, denkt sich Claus, und leiht sich in der Bibliothek drei Filme übers Influencen aus. Passenderweise geht er in die Egon-Erwin-Kisch-Bibliothek in Berlin Lichtenberg, denn Kisch, so denkt sich Claus, hatte doch wirklich Einfluss genommen, „geinfluenct“ – auf die Gesellschaft und ihren Blick auf das Großstadtleben (vgl. https://bruchstuecke.info/2025/11/22/alte-geschichten-ueber-das-neue-berlin/). Zuhause…
Da Polly schon eine Weile zu Hause sitzt, beschließt sie, nicht länger auf Claus‘ Tagtraum zu warten, der sie, falls alles gut verlief, in ferne Gestade träumen würde. Stattdessen schnallt sie sich eigenständig ihre Rollschuhe an und rollert 48 Stunden gen Westen. Plötzlich merkt sie, dass sie matt und orientierungslos wird. Realität und Schein verschwimmen…
Claus sitzt im abgedunkelten Zimmer und gibt sich weiterhin dem Rauschen der eingehenden Nachrichten hin. Polly dagegen zieht sich in ihren Tonkrug zurück. Die kühle Enge ihrer ästhetischen Nische hilft ihr, die vergangenen Tage zu verarbeiten. Plötzlich fängt Claus an zu lachen. Er liest eine Rezension und bemerkt, wie sich Polly im Text eingeschlichen hat:…
Claus geht mit Lesehunger in die öffentliche Bibliothek. Auf dem Weg dorthin passiert er das Ladenlokal des lokalen SuperDJs. Eine Traube steht davor und nickt mit den Köpfchen. Claus bezahlt seinen Obolus und stellt sich an den Rand des Tanzparketts. Schon bald erobert Polly selbstsicher die ausgeleuchtete Leere vorm Mischpult. Sie rollt zunächst auf ihren…
Ein Vogelpapa wirft ein Kleines aus dem Nest. Es war nicht gesund. Der Igel und die Möwe gehen zur Beerdigung. Sie sind traurig und schaffen es dennoch eine faule Birne zu essen.
Claus wird zu Tisch gebeten. Er muss die Zeche mit seinen Geschichten bezahlen. Er tauscht Fischstäbchen gegen Fabelwesen und bezahlt seinen Gurkensalat mit der Kreditwürdigkeit eines Märchenonkels. Polly, sich ihres narrativen Werts wohl bewußt, genießt ihre Fischstäbchen mit Ketchup statt Remoulade. Dazu gibts Cola zero für Polly und Cola in Wein für Claus.
Polly bat um Unterschlupf für eine Gewitternacht. Dass sie bat und nicht bot wurde zum Problem. Claus holte sie ein wenig später aus ihrer Notsitution, indem er bot und nicht bat. Der Schlepper öffnet die Tür seines Vans und lässt Polly ziehen.